Du betrachtest gerade Es geht in Richtung Süden

Bei Fahrten machten wir es meist so, dass ich Kerry und Daniel mit dem Camper folgte, da sie die Navigation übernahmen und Strom während der Fahrt für das Handy hatten. Ich fuhr also meist mit etwas Abstand hinterher. Bei bergigen Strecken konnte der Abstand schon größer werden, da mein Camper Probleme mit Steigung hat bzw. ich hier relativ langsam fahren muss.
So kam es, dass wir uns auf dem Weg zum Lake Rotoiti aus den Augen verloren. Ich war mir nicht sicher, ob ich die beiden vielleicht überholt hatte und wartete, da ich sie nirgends sah und sie auch nicht warten sah. Schlussendlich trafen wir uns erst am See wieder. Der See war wunderschön und die Farben herrlich. Bald ging es weiter und es passierte erneut: ich verlor die beiden und konnte sie nicht mehr finden. Zeitgleich hatte ich auch keine Lust mehr, zu suchen und entschied mich aufgrund der tollen Gegend dafür, in der Gegend zu übernachten. Die weitere Fahrt mache ich wieder alleine.
Am nächsten Tag unternahm ich eine Wanderung von ca. 12 km auf den Gipfel des dortigen Mt Robert. Der Aufstieg war ziemlich steil und führte mich in Serpentinen den Hang hoch. Die Aussieht grandios. Als ich oben angekommen war, fing es mit Starkregen und Hagel an und ich hatte kaum Sichtweite. In einiger Entfernung war allerdings eine Hütte und ich wartete dort für etwa 1/2 Stunde bis das meiste vorbei war. Dann ging es weiter und ich machte noch einen Abstecher zu einer weiteren Hütte, die auch zum Übernachten geeignet ist. Gegen 18 Uhr war ich wieder am Parkplatz.
Meine weitere Fahrt führte mich nach Murchison, wo ich eine Raftingtour auf dem Buller River machten wollte. Ich schlief auf einem Campingplatz und am Morgen ging es auch schon los. Erst überbrückte ich die Zeit mit dem Besuch der Maruia Wasserfälle und im Anschluss nutzte ich die längste Hängebrücke in Neuseeland, um in einem Park eine kleinere Wanderung zu machen.
Im Anschluss ging es aufs Wasser und wir fuhren ca. 4 Stunden mit unserem Schlauchboot. Am Ende war ich der einzige, der sich mutig in den Fluß warf und mit Neopren und Helm neben dem Boot schwam. Ich konnte es mir nich nehmen und tauchte in voller Ausrüstung unter dem Boot durch. Das war eine gute Abkühlung und mit der Ausrüstung war das Wasser auch nicht kalt.
Als wir wieder zurück waren, gab es Tee und etwas Gebäck. Im Anschluss ging es für mich weiter in Richtung Pancake Rocks. Auf dem Weg machte ich halt am Cape Foulwind und besuchte die dortigen Robben, die ich auf den Felsen sonnten. Das Panorama war wunderbar und das Meer leuchtete richtig in der Sonne. Ich konnte fast nicht genug bekommen, wollte aber bei Licht noch in Richtung nächstem freiem Campingplatz. Auch hatte ich gelesen, dass dort ein kleiner Pfad zu einem Aussichtspunkt führt, von welchem sich der Sonnenuntergang betrachten lässt. Auf der Fahrt stellte ich fest, dass ich wohl nicht mehr pünktlich zum Sonnenuntergang dort ankommen würde. Ich beschloss, auf dem Weg nach einer geeigneten Stelle zu suchen.
Ich sah eine gute Stelle, um den Sonnenuntergang zu beobachten, fuhr aber vorbei. Dann sah ich eine kleinere Ausfahrt zu einem Haus und bog ab, um zu wenden. Diese Ausfahrt sollte mich noch lange beschäftigen. Ich war nur ca. 2 Meter in die Ausfahrt gefahren und wollte rückwärts wieder raus. Nur ging das nicht. Mein Camper schaffte es einfach nicht mehr, die kleine Erhöhung der Ausfahrt zu überwinden. Es ging einfach nicht. Also beschloss ich auf einer Fläche, die die Größe des Autos umfasste, einmal komplett zu wenden, um vorwärts zurück auf die Straße zu fahren. Mein Pech war aber, dass auch dies nicht ging und so steckte ich auf der kleinen Ausfahrt etwa 2,5 Meter von der Straße entfernt fest und nichts ging mehr. Nach längerem Warten hielt ein amerikanisches Paar an und nahm mich mit zu einer kleinen Taverne. Von dort konnte ich den Pannenservice erreichen, welcher nach langer Diskussion kam und mich zu meinem Camper fuhr und diesen dann mit einem Stahlseil aus der Ausfahrt zog. Der Spaß kostete mich einiges an Geld, da die Auffahrt nicht als offiziele Straße gilt. Ich werde bei der Abgabe des Wagens den Anbieter nochmals darauf hinweisen und später die Kreditkartenabbuchung sperren lassen.
Da ich komplett bis nach Westport zurückgeschleppt wurde, ging es erst am Morgen die gleiche Strecke in Richtung Pancakes Rocks. Diese erreichte ich dann gegen 12 Uhr und machte mir Rührei.
Die Pancakes Rocks sind Steinablagerungen, die durch die Zeit von Meer und Regen ausgehöhlt wurden. Der Stein ist in Schichten, die aussehen, als hätte man Pancakes aufeinander gestapelt. Dazwischen sind Löcher, durch die das Meer peitscht und teils in hohen Wassersäulen rausschießt. Der Ausflug war klasse und eignete sich perfekt als Attraktion für die Fahrt in Richtung der Gletscher.
Nun stehen die Gletscher auf dem Programm.

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